Ehrlichkeit hat in der heutigen Welt keinen Platz mehr.- Aber in meiner.

Samstag, 9. April 2011

My way to home.

Ich laufe diese Strasse lang. Die Strasse, die kein Ende zu nehmen scheint. Laden an Laden reihen sich. Unendlich bis zum Horizont. Der eine teurer als der andere. Ich kämpfe mich durch die Massen von Leuten, die mir in ihren Pelzmänteln entgegenstolzieren. Mit herablassenden Blicken mustern sie meine Jeans, meine kaputten Schuhe, meine ungekämmten Haare. Ihre Bodenwischhunde beissen mir ins Bein, doch dies scheint niemanden zu kümmern. Denn ich hab mich hier anzupassen. Ansonsten kann ich gehen. Doch ich kann nicht zurück auf dieser endlosen Strasse. Immer weiter und weiter wandle ich auf den Horizont zu. Je länger ich mich durch diese Strasse kämpfe desto mehr merke ich, dass ich mich anpasse. Dem Tempo, dem Gang, dem Lächeln. Nein dies ist nicht meine Welt, ich kann mich anpassen doch deswegen gehör ich noch lange nicht dazu. Und da ist die Strasse auf einmal zu Ende. Der Horizont hat sich geweitet. Ich bin an einem einsamen Flecken Erde gelandet. Abgeschottet von jeglicher Zivilisation stehe ich auf einmal alleine. Durchs Gebüsch schlage ich meinen Weg. Immer weiter ins Dickicht hinein. Die Ruhe frisst mich beinahe auf, das einzige, was ich höre sind meine Schritte. Wieder kann ich nicht zurück, immer vorwärts der Nase nach. Ich passe mich dem Rhythmus der Natur an, das merke ich. Doch ich pass da nicht dazu. Ich, die Zivilisation, habe nichts in der unberührten Natur zu suchen. Und da erblicke ich plötzlich ein  Haus. Ein Bekanntes, das Haus eines Freundes. Ich klopfe an. Ich werde eingelassen. Nun pass ich, nun gehör ich dazu, es ist mein Zuhause. Hier werde ich so akzeptiert, wie ich bin. Keine Hektik und Überheblichkeit, kein Geruch nach Geld oder teurem Parfüm, keine Sträucher oder Brennnesseln, kein Schweigen. Es ist das Gewohnte, das Bekannte, Vertrauen, Liebe und Geborgenheit.

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