Meine Lieben schon ist wieder eine gute Woche um seit dem letzten Eintrag. Und wieder haben wir einiges erlebt. Ein eher schauderliches Erlebnis ereignete sich kurz nach dem letzten Eintrag. Ahnungslos ging ich in unser Bad in Koforidua um mich zu duschen, als ich plötzlich eine Kakerlake über den Boden huschen sah, naja dachte ich mir, schön ist sie nicht gerade, aber solange sie von mir fern bleibt, ist das oke. Als ich sie dann einige Momente später in meiner Hose wiederfand, war es vorbei mit meiner friedlichen Haltung gegnüber diesen Viechern, die Hosenkakerlake wurde Opfer einer Flipflop-Todes. Natürlich traute ich mich danach nicht gleich zu duschen. Meine liebste Mitreisende und ich verkrochen uns unter unserem Moskitonetz und versuchten uns zu beruhigen. Doch kurz darauf krabbelte eine nicht ganz feine und kleine Spinne die Wand entlang nach oben und es tut mir Leid mitteilen zu müssen, dass auch sie Opfer desselben Todes wurde. Irgendwann trauten wir uns dann zu zweit wieder ins Bad, die eine nochlebende Kakerlake hockte unter der Toilette, relativ weit von der Dusche entfernt. Wir duschten schlussendlich so, dass eine Kakerlakenwache hielt wärend die andere sich hastig duschte. Danach lagen wir lachend, aber doch auch etwas erschrocken in unserem Bett. Tagdarauf rechneten wir bereits mit krabbelnden Tieren im Zimmer und im Bad, doch keine Spur, am Sonntag sahen wir dann auch dieErklärung dafür, als ein Geko durch unser Bad huschte. :-)
Das Wetter in Koforidua war am Samstag sehr freundlich also gingen wir die Wasserfälle in der Nähe anschauen, da diese aber rund eine Stunde Autofahrt von der Stadt entfernt sind und es kein trotro dahin gibt, gingen wir per Taxi. Den Fahrer bezahlten wir für den ganzen Tag und er begleitete uns zu all unseren Zielen, was uns afangs etwas iritierte, schlussendlich aber sehr angenehm war. Zu den Boti Wasserfällen und zum umbrella stone wanderten wir in einer Gruppe halbwüchsiger Ghanaer, die so ihre Freude an zwei obronis hatten, von da an waren wir echt froh begleitet uns Collins (der Taxifahrer). Die Wanderung führte durch eine wunderschöne Gegend und war meistens im Wald gelegen. Die Aussicht, die sich bot erinnerte uns einwenig ans Tessin, vielleicht könnt ihr euch so etwas ein Bild machen, es warwirklich traumhaft und es tat sehr gut wieder einmal in der Natur zu sein.
Am Sonntag ging die Reise dann per Bus weiter nach Kumasi, dies klappte bis auf die Wartezeit sehr unkompliziert. In Kumasi nächtigten wir in einem sehr sympatischen Hostel ohne Kakerlaken im Bad und einem riesigen Bett. Doch schon am Montagmorgen machten wir uns auf nach Tamale. Als erstes standen wir an der falschen Bushaltestelle, doch freundlichund hilfsbereit, wie Ghanaer sind, halfen sie uns ein Taxi zu einheimischen Preisen zur richtigen Haltestelle zu finden. Wir kauften unsere Tickets und warteten weitere 4 Stunden bis der Bus ausverkauft war und losfuhr. Die Fahrt war sehr lange und im Bus war es sehr laut, aber die Landschaft vor dem Fenster war unbezahlbar. In Tamale angekommen machten wir kurz vor dem Schlafen noch unser tägliches Ebola-update, danach kam bei uns beiden leichte Panik auf, ist Ebola in Ghana? Die news im Internet waren etwas zwispältig und da wir beide etwas übereagierten, klingelten wir unsere Lieben zu Hause aus dem Bett und sie recherchierten für uns mit. Schlussendlich verschoben wir die Entscheidung, ob nach Hause reisen oder bleiben auf den nächsten Tag. Am nächsten Morgen war ich immer noch leicht panisch und durchforstete das Internet so gründlich als müsste ich ein Referat schreiben. Resultat, kein Ebola in Ghana- thank god! Also packten wir unsere Rucksäcke aus und machten uns auf den Weg etwas in den Magen zu kriegen. Der Tag verlief sehr ruhig und ohne weitere Panikmacherei.
Den zweiten Tag in Tamal gestalteten wir dann produktiver, wir gingen auf den Markt und tauschten einmal mehr ghanaische Cedis gegen viele schöne Dinge, es war traumhaft!
Am Donnerstag nahmen wir um 14.00 Uhr (welcher schlussendlich um 17.00 Uhr fuhr) in den mole nationalparc, nun musste als erstes ein Bier her. Auf dem Weg zurück zu unserem Zimmer kamen wir an einer grossen Herde Antilopen vorbei. Nach diesem doch neuen Bild,mfühlten wir uns wieder wie zu Hause, als wir uns einmal mehr mit Eimern duschten. Am Morgen staden wir zeitig auf, verliessen unser Zimmer und wurden als erstes von einem Affen begrüsst. Gut gelaunt machten wir wir uns auf unsere erste Safari. Zu Fuss folgten wir dem guide in die Ebene, alleine schon die Natur war mehr als bewundernswert. Die ersten Tiere, die wir sahen waren Antilopen und Wildschweine. Später sahen wir auch noch einen Wasserbock. Irgendwann hörten wir ein Knacken und Krachen aus den Bäumen und wir erhaschten einen ersten Blick auf die Elefanten, doch sie wollten sich noch nicht so recht zeigen. Wir folten ihren Spuren bis zum Wasser, immer wiedr zeigten sie uns ihre Rüssel. Beim Wasser warteten wir eine Weile und dann kamen zwei Elefantenbullen aus dem Wald gelaufen um sich im See zu baden. Ein einmaliger Blick. Vollkommen happy aber hungrig machten wir uns auf den Rückweg zum hostel, wo wir erst frühstückten und uns dann im Pool erfrischten. Dabei spragen die Paviane um uns herum, das war anfangs ganz witzig, aber als der eine plötzlich nach meine Tasche griff, in welcher mein Pass und mein Geld war, war es zumindets für mich vorbei mit der entspannten Stimmung. Zum Glück habe ich den Kampf um meine Tasche gewonnen. ;-) tja und sonst hats beim hostel noch Erdmännchen, Wildschweine und eine Vielfalt an Gekos und Eidechsen in den schillerndsten Farben. Am Nachmittag machten wir eine weitere Safari, diese Mal jedoch mit dem Jeep, diese war allerdings um einiges unspektakulärer, als jene am Morgen. Am Samstag fuhren wir mit einem tuktuk (eine Art Motorrad mit Ladefläche zum Mole-River, auf welchem wir mit dem Kanu eine Stunde durch den Wald schaukelten, eine traumhafte Safari für die Ohren, wirklich toll! Und unser guide meinte, hier gäbe es schon Krokodile, doch die würden tagsüber schlafen, wie beruhigend. Zu sehen gab es diverse Vögel, Krokodilkratzer am Ufer und Elefantenabdrücke im Schlamm. Nach der Kanusafari fuhren wir mit dem trotro nach Larabanga, wo eine der ältesten Moscheen ganz Ghanas steht, das Dorf ist noch sehr traditionell mit Lehmhütten und Ziegen, die überall hindurch spazieren. Ich finde ebenfalls sehr beeindruckend, dass es hier als normal gilt über die Religion hinweg zu heiraten, dies sei kein Problem wurde uns erklärt. Es scheint hier auch, dass das Christentum und der Islam relativ ähnlich interpretiert werden, was ich sehr schön fand, da es Grenzen zwischen Menschen überwindet, weil sie sagen, dass die Liebe vor der Religion steht.
Sonntags um 3.00 Uhr in der Früh wurden wir geweckt um den Bus nach Tamale zu erwischen, das fand ich schon grad ein bisschen gar früh, weshalb wir für den heutigen Tag nichts geplant haben. In Tamale suchten wir als erstes ein Restaurant zum frühstücken und bliben relativ lange sitzen bis wir schlussendlich das Taxi ins hostel nahmen und nach 1.5 Stunden warten das Zimmer beziehn konnten. Hier sind wir nun müde aber glücklich und freuen uns auf eine leckeres Abendessen mit eine Pärchen, welches wir im nationalparc kennengelernt haben.
Zum Abschluss noch einige ghanaische Anekdoten zu den Verkehrmitteln:
- alle Verkehrsmittel transportieren alles, von kleinen feinen Gepäcksstücken über Mikrowellen bis hin zu Kühlschränken.
- trotros und Busse haben keinen wirklichen Fahrplan, sie verlassen die Startstation erst, wenn sie voll sind, solange wartet man.
- anschnallen wird überbewertet, schliesslich sind die Strassen in Ghana allesamt in perfekte, Zustand und bei kaum einem Auto leuchten Warnlampen auf.
- das wichtigste Instrument eines Fahrzeuges ist die Hupe, die wird beinahe häufiger verwendet als die Kupplung oder die Bremse. Wir fuhren schon in einem Taxi, welches die Hupe jedesmal kurzschliessen musste.
- umgerechnet fährt man in Ghana mit egal welchem Verkehrsmittel sehr sehr günstig.
- aus einem Bus, trotro oder Taxis kann man sich unterwegs die diversten Dinge kaufen. Praktisch sind kleine Snacks, wie plantain-chips (Kochbananenchip, seeehr lecker!!) oder Bananen und Orangen, aber auch Ballfrieds (bei denen ich immer boyfriends verstehe, weshalb ich die boyfriends nenne, dies ist frittierter Teig, ähnlich einem Berliner nur ohne Konfitüre, dafür leckerer ;-)) und Tütenwasser (ja hier gibts Trinkwasser in Tüten, macht zwar viel Abfall, aber da es in Ghana sowieso kein Abfallkonzept gibt und alles irgendwo auf der Strasse entsorgt wird, kommt es nicht draufan, ob die Menschen nun Flaschen oder Tüten wegschmeissen..leider) kann man sich unterwegs bei einem Halt an der Zollstelle oder dem Polizeiposten kaufen. Man kann sich aber auch Taschenlampen, Gürtel oder Landeskarten kaufen.
- trotros und Busse haben fixe Preise, handlen wird hier nicht gerne gesehen und es zahlen (bis auf dir Gebühr für das Gepäck) alle gleich viel, für dieselbe Strecke. Bei Taxis hingegen muss man handeln, mit grossen Rucksack auf dem Rücken hat man aber leider nicht so eine überzeugende Wirkung auf die Taxifahrer ansonsten sind wir aber unterdessen gute Handlerinnen geworden.
- hmm und ich habe gelernt die Taxifahrer expliziet zu fragen, ob er weis, wo das Ziel liegt, denn in Accra sassen wir in somanchem Taxi, dass doch nicht so genau wusste, wohin es muss.
So das wars vor erst, wir haben noch eine gute Woche in diesem Land und wir werden sie noch in vollen Zügen geniessen! Ich wünsche euch weiterhin eine gute Zeit, tragt Sorgezu euch. Bis bald!!
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